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Z450 Weißabgleich Workshop in Dortmund
28.4. und 5.5.2018

Viele Anwender beschweren sich im Alltag über zu gelbe Farben oder gelb ausreissende Überbelichtungen. Dafür haben wir am 28.4. und am 5.5. gemeinsam gezielte Experimente gemacht und Lösungsansätze erarbeitet.

Tatsächlich ist die Z450 "zu warm" und "zu gelb" abgestimmt, wenn man AWB benutzt. Vielleicht ändert sich das ja noch per Firmware...

Der Sucher

 

Ihr könnt euch auf den Sucher (OLED Okularsucher) verlassen!

Ich habe mich vorab mit dem Servicemenü des Suchers beschäftigt und wir haben vor Ort viele Motive mit einem eingemessenen Monitor (PRG) in der Regie verglichen: Das sieht gut aus!

 Das Seiten-Display und das Aufklapp-Display weichen davon jedoch ab und sollten nur ergänzend gesehen werden.

AWB (auf A oder B)

 

Wir konnten mit viel Sonne testen und haben den Weißabgleich auf Neutral-Grau sowie mit "Dispo-Weiß" (Kopierpapier) verglichen. Dazu verwendeten wir mein DSC Chroma du monde Testchart, das einmal den ganzen Farbkreis abbildet und colometrisch gedruckt ist. Üblicherweise werden damit Kameras kalibriert oder gematcht.

Beim normalen AWB fällt auf, dass der Farbkreis immer deutlich ins Rot-Gelbe schiebt. Auch Vergleichsaufnahmen (Portrait, Hauttöne) zeigen diesen Charakter, vor allem bei beginnender Überbelichtung.

Im Menü "White Offset" (im Operation Menü) lässt sich eine auf 3200K bezogene dauerhafte Abweichung einrichten. Unser Test ging schließlich mit 3.000K (statt 3.200K) als Basis weiter.
(Hinweis: Die Kelvin-Werte sind gestuft, z.B. 3018K oder 2987K.)

Ein damit erstellter Weißabgleich war deutlich homogener (Bild 2):

Z450 AWB Standard
Z450 AWB Offset

Grün ist der Farbkreis mit dem "normalen AWB", Weiß ist der neue AWB mit dem Offset von 200K.

Übrigenst "streckt" sich diese Differenz hin zu den höheren Farbtemperaturen  (z.b. 5300K, lässt sich aber nicht ablesen (nur 3.200K -> 3.000K).

Rechnet man den jeweiligen Weißabgleich in Mired um, beträgt die Differenz z.B. bei einem Weißabgleich von 5.300K ca. 550K ins Kühlere.

Hautton im Vergleich:

Wen ggf. der Pink- oder Magentaton stört, kann im Offset auch noch "Warm Cool Balance" bis etwa -10 gehen. Dieser Parameter regelt dien Grün/Magenta-anteil.

Diese Anpassung lässt sich getrennt für Schalterposition (A) oder (B) einrichten. Der Schalter muss beim Einstellen auf der jeweiligen Position stehen, sonst lässt das Menü keine Veränderungen zu.

OFFSET WHITE (A) oder (B): 3.000K (oder nächster Wert)

COOL WARM BALANCE: 0 bis -10 nach Geschmack.

Eigenes ALL-File sichern (erst ID Name, dann SAVE SD CARD)!

Schärfe im Sendebild

Das Thema kenne ich schon länger: O-Töne wirken im gesendeten Bild unscharf. Ein wesentlicher Faktor dabei ist die mehrfache Skalierung des Bildes bis zum HDTV zuhause.

Weder das kleine HD (Sendeformat Öffentlich Rechtliche) mit 1280x720 noch SD (720x576 gestaucht) haben ein ganzzahliges Verhältnis zum großen HD mit 1920x1080. Selbst bei HD Ausstrahlung (720p) passiert Folgendes:

HD Akquise -> Verkleinerung 0,66x > Sendung > Hochskalierung TV mit 1,5x

 

Gerade feine Kontraste und Strukturen bleiben dabei auf der Strecke - und das Interlace-Format (50 halbe Bilder , HD mit 1920x540 pro Frame) tut ein Übriges.

Beispiele (via Premiere Renderings): 

1920x1080 50i (i25) -> 1280x720 50p -> gestreckt auf HDTV 1920x1080:

HD to 720p to HD

1920x1080 50i (i25) -> SD IMX50 16:9 50i 720x576 -> gestreckt auf HDTV 1920x1080:

HD to 720p to HD

Vor allem fällt auf, dass das Gesicht an Schärf verliert, man den Hintergrund wegen der groben Strukturen immer noch als "scharf" empfindet. Dagegen könnt ihr z.Zt. wenig machen, außer den Hintergrund anders zu wählen oder offener/teliger zu drehen.

Ich hoffe, dass diese Erkenntnisse euch ein wenig weiterbringen und das Thema Weißabgleich nun einfacher und vorhersagbarer wird.